15 interessante Tatsachen über das menschliche Auge

Lesen Sie unseren Artikel über blaues Licht

Das Sehvermögen ist für das menschliche Erlebnis von so grundlegender Bedeutung, dass wir unsere Augen manchmal für selbstverständlich nehmen. Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Organ, das es uns ermöglicht, die Welt auf eine Weise zu erleben wie es mit den anderen Sinnesorganen nicht möglich ist. Zwar brauchen wir unsere Augen während der meisten Zeit des Tages, die wir aktiv sind, so gibt es eine Reihe von witzigen und interessanten Dingen, die Sie möglicherweise nicht über Ihre Augen und deren Funktionsweise wussten.

1. Die Augen nehmen die Dinge umgekehrt herum wahr

Was wir sehen, besteht aus Licht, das von den Gegenständen und Szenen, die wir betrachten, reflektiert wird. Weil die Hornhaut vorne im Auge jedoch gekrümmt ist, biegt sie das Licht beim Eintreten ins Auge; das bedeutet, dass das Bild umgedreht wird, wenn es auf die Retina hinten im Auge auftrifft. Wenn das Auge das Bild interpretiert, wird es wieder richtig herum gedreht, sodass wir die Welt richtig sehen.

In einem Experiment in the 50er Jahren bat der österreichische Professor Theodor Erismann seinen Assistenten Ivo Kohler, eine Brille zu tragen, durch die er alles falsch herum sehen würde. Faszinierenderweise vermochte Kohlers Gehirn sich anzupassen, sodass er begann, die Welt innerhalb von etwa einer Woche richtig herum durch die Brille zu sehen. Diese bahnbrechende Studie dient heute noch weithin als Referenz, wie z. B. in der Abhandlung von Sachse et al. über die visuelle Wahrnehmung aus dem Jahr 2017.

2. Die Augen sind mit einer gelartigen Substanz ausgefüllt

80 % des menschlichen Auges besteht aus einer gelartigen Masse namens Humor vitreus, die für die Augengesundheit und -funktion lebenswichtig ist. Diese klare, farblose Masse füllt den Raum zwischen der Linse und der Netzhaut des Auges aus. Die Humor vitreus besteht zu 99 % aus Wasser; der Rest ist ein Gemisch aus Kollagen, Proteinen, Salzen und Zuckern. Indem sie das Auge ausfüllt, ist die Humor vitreus wesentlich für den Erhalt der Form des Auges und um die höchst empfindliche Retina am Platz zu halten.

3. Es gibt viele schützende Funktionen rund um das Auge

Unser Schädel und unsere Gesichtszüge haben sich über Millionen Jahre entwickelt, um den höchst empfindlichen Augapfel zu schützen. Die Augenhöhle selbst ist in den Schädel eingedrückt, wodurch das halbe Auge durch Knochen geschützt wird. Die Augenbrauen absorbieren Schweiß von der Stirn und leiten ihn von den Augen ab. Die Augenlider schließen sich, um das Auge, wenn nötig, vor Licht und Partikeln zu schützen.

Die Augenwimpern bilden einen Filter für Staub und andere Partikel, doch sie haben auch die Funktion wie die Schnurrhaare einer Katze oder Maus, indem sie empfinden, wenn etwas nahe am Auge ist und der Augenwimper dann den Impuls geben, sich zu schließen. Die Gesamtlänge aller Augenwimpern, die von einem Menschen zeit seines Lebens abgeworfen werden, ist etwa 30 Meter, wobei jede Augenwimper eine Lebensdauer von etwa fünf Monaten hat.

Trotz dieser Bestandteile ist das Auge dennoch eines unserer empfindlichsten Organe, insbesondere angesichts moderner Gefahren wie künstlichem Licht und industriellen Substanzen. Die Evolution hat mit diesen neuen Gefahren nicht Schritt gehalten; daher ist der Augenschutz in diesen modernen Umgebungen äußerst wichtig.

4.  Wir haben alle einen blinden Flecken

Wir meinen, dass wir alles vor uns sehen, doch wir haben tatsächlich einen blinden Flecken. Dieser kleine Teil des Sichtfelds entspricht der Lage des Sehnervenkopfs, wo die Sehnerven das Auge verlassen und die Blutgefäße hineinführen. Experten haben immer noch keine klare Antwort darauf gefunden, warum wir diesen blinden Flecken nur selten bemerken. Eine Theorie ist, dass das Gehirn die fehlenden Informationen anhand von visuellen Hinweisen aus der Umgebung ausfüllt; die andere ist, dass die sich überschneidende Sicht der beiden Augen bedeutet, dass sie ihre blinden Flecken gegenseitig sehen.

Dieser einfache Test kann Ihren blinden Flecken demonstrieren! Öffnen Sie dieses Bild in einem anderen Fenster; dann schließen Sie das linke Auge und positionieren Sie das offene rechte Auge ungefähr 22 – 23 cm vom Bildschirm weg. Schauen Sie auf das Kreuz und bewegen Sie den Kopf langsam nach vorne und/oder nach hinten, bis der schwarze Kreis verschwindet – wenn er das tut, dann ist er in Ihrem blinden Flecken!

5. Das menschliche Auge kann 10 Millionen verschiedene Farben erkennen

Zwar gibt es mehrere Theorien zu dem Thema, doch weisen Studien auf der Grundlage der Forschung von Gunter Wyszecki darauf hin, dass wir bis zu 10 Millionen verschiedene Farben unterscheiden können. Alle Farben des Lichtsprektrums, die für das menschliche Auge sichtbar sind, bestehen aus Kombinationen von Rot, Grün und Blau. Wenn wir Gelb sehen, dann ist das eine Kombination von Rot und Grün, während Lila eine Kombination von Rot und Blau ist, und so weiter.

Eine allgemein verbreitete Falschvorstellung ist, dass Farbe eine Eigenschaft des Lichts ist, wenn sie tatsächlich viel mehr mit dem Gehirn zu tun hat. Es ist nicht nur die Wellenlänge der Lichtstrahlen, die in das Auge reflektiert werden, sondern auch der Kontext, in dem wir Dinge wie Hintergrundfarben, Beleuchtung, Vertrautes und Umgebungen wahrnehmen.

6. Die Augenfarbe hat wenig oder keinen Einfluss auf das Sehvermögen

Es wird vermutet, dass blaue und grüne Augen lichtempfindlicher sein sollen als braune Augen und dass braune Augen anfälliger gegen Katarakte sind. Manche Studien behaupten sogar, dass Menschen mit braunen Augen ein besseres Reaktionsvermögen haben, wie z. B. bei Schlägersportarten, während Menschen mit helleren Augen angeblich bessere strategische Denker sein sollen. Diese Theorien werden von anderen Studien widerlegt.

Nach zahlreichen Studien, Theorien und Ammenmärchen ist die einzige Tatsache, über die Augenfarbenforscher sich scheinbar einig sind, dass es kaum oder keine Unterschiede im Sehvermögen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Augenfarben gibt. Experten sind sich auch darin einig, dass wir alle, ungeachtet unserer Augenfarbe, getönte Brillen verwenden sollten, um die Augen vor der Sonne zu schützen.

7. Rote Augen auf Fotos wegen der Blutgefäße in den Augen

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Augen manchmal rot auf Fotos erscheinen? Der „Rote Augen”-Effekt geschieht, wenn das Licht eines Kamerablitzlichts oder einer anderen grellen Lichtquelle auf die Kamera zurück reflektiert wird. Das reflektierte Licht erleuchtet die Blutgefäße des Bindegewebes hinten im Auge, was die rote Farbe, die Sie auf Fotos sehen, erzeugt.

8. Iris-Scans sind sicherer als Fingerabdrücke

Ebenso wie ein Fingerabdruck, ist die Iris bei jedem Menschen einzigartig; doch anders als die Fingerabdrücke jeder Hand ist die Iris des einen Auges auch vom anderen unterschiedlich. Unsere Iris haben über 256 eindeutige Merkmale, verglichen mit nur etwa 40 bei den Fingerabdrücken. Daher ist ein Iris-Scan für biometrische Systeme weitaus sicherer als Fingerabdrücke.

 

9. Kurz- oder Weitsichtigkeit hängt von der Form des Auges ab

Kurz- oder Weitsichtigkeit hängt von der Form des Auges ab. Diejenigen mit Kurzsichtigkeit oder Myopie, der meistverbreiteten Form von Fehlsichtigkeit, haben längere Augen; das bedeutet, das Licht wird beim Sehen in die Ferne gerade vor der Retina fokussiert. Bei denjenigen mit Weitsichtigkeit oder Hyperopia ist das Auge zu kurz; das bedeutet, dass der Fokuspunkt auf nahe Objekte hinter der Retina ist. Beide Zustände führen zu unscharfem Sehen bei entsprechender Entfernung und können mit Gläsern korrigiert werden, die die Position des Fokuspunkts anpassen.

10. Ihre Augen können Sonnenbrand bekommen

Der Sonnenbrand der Haut ist heute klar erforscht, doch wussten Sie, dass auch die Augen Sonnenbrand bekommen können? Dieser Zustand heißt Photokeratitis und kann Schmerzen, Errötung, Verschwommenheit, Tränen, Schwellungen und Lichtempfindlichkeit verursachen. Ebenso wie sich die Haut nach einem Sonnenbrand schälen kann, kann die Photokeratitis zum Ablösen des Hornhautepithels führen. Die Auswirkungen können noch lange nach der Exposition spürbar sein; daher sollten Sie stets eine gute Sonnenbrille tragen, wenn Sie in der Sonne sind.

11. Wir zwinkern zwischen 20.000 und 30.000 Mal am Tag
Wissenschaftler haben geschätzt, dass wir im Durchschnitt zwischen 20.000 und 30.000 Mal am Tag zwinkern.. Jedes Zwinkern dauert nur zwei Zehntel einer Sekunde, doch das ergibt zusammenaddiert etwa 1,5 Stunden pro Tag. Das Zwinkern befreit das Auge von Schmutz und schmiert das Auge mit feuchten Tränen. Jedes Zwinkern versorgt die Oberflächenstruktur der Augen mit Nährstoffen, um sie gesund zu erhalten.

Eine Studie hat sogar ergeben, dass das Zwinkern eine neurologische Funktion hat. Dieser Studie zufolge wird vermutet, dass die Teile des Gehirns, die mit dem Sehen und der Aufmerksamkeit verbunden sind, einer Mini-Zurückstellung unterworfen sind, die für die Funktionsweise des Gehirns von grundlegender bedeutung sein könnte.

12. 80 % aller Sehbehinderungen können verhindert oder geheilt werden

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 80 % aller Sehbehinderungen weltweit vermeidbar und sogar heilbar. Die WHO nennt eine Reihe erfolgreicher Partnerschaften des öffentlichen und privaten Sektors, die wahre Veränderungen auf dem Gebiet der Augengesundheit für diejenigen Länder herbeigeführt haben, die sie gefördert haben. Solche Maßnahmen haben zu einer drastischen Reduzierung der Fälle von Onchozerkose und trachom-bedingter Erblindung und demzufolge auch zu einer Verminderung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten geführt.

13. Sind Karotten tatsächlich für die Augen gut?

Viele von uns haben als Kinder gelernt, dass Karotten angeblich die beste Nahrung für die Augen sind, und sogar, dass Karotten helfen sollen, unser Dämmerungs- und Nachtsehen zu verbessern. Zwar ist dieses Gemüse mit seinem hohen Gehalt an Beta-Karotin eine gute Nahrungsergänzung, so hat es keine spezifischen Vorzüge für die Augen außer Vitamin A, welches aus dem Beta-Karotin im Körper umgewandelt wird; es gibt tatsächlich viel bessere Quellen von Vitamin A.

Für die Augengesundheit ist es am besten, öligen Fisch und Grüngemüse zu essen, das Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin enthält, denn diese unterstützen die Schutzmechanismen des Auges. Lutein und Zeaxanthin kommen natürlich in Gemüsesorten wie Spinat, Grünkohl und anderem grünem Blattgemüse vor, während Meso-Zeaxanthin in bestimmten Fischarten vorkommt.

14. Sie brauchen eine Brille, wenn Sie älter werden

Um die 40 setzt bei den meisten Menschen ein Zustand namens Presbyopie (Altersichtigkeit) ein. Presbyopie ist die Verhärtung der Linsen im Auge, sodass es schwieriger wird, das Auge auf Gegenstände zu fokussieren, die zu nahe sind. Die Presbyopie intensiviert sich oft um die 50, in dem Maße wie die Linsen mit zunehmendem Alter weiter verhärten. Daher benötigen die meisten Menschen mit 40 oder 50 Jahren eine Brille.

15. Die Benutzung von Bildschirmen verursacht ein „Computer Vision Syndrom“

Studien weisen darauf hin, dass bei 50 % bis 90 % aller Menschen, die an einem Computerbildschirm arbeiten, Symptome eines „Computer Vision Syndrome“ (CVS) auftreten. CVS ist nicht ein spezifisches Problem, sondern eine ganze Reihe von Problemen im Zusammenhang mit Augenbelastung und Schmerzen durch zuviel Bildschirmarbeit. Die Benutzung eines Bildschirms zwingt das Auge, sich die ganze Zeit zu fokussieren und neu zu fokussieren; durch die Helligkeit und Blendung muss das Auge auch schwerer arbeiten; diese anhaltende bzw. ständig wiederkehrende Belastung kann im Laufe der Zeit die Augenmuskeln beeinträchtigen. 

Das Ende in Sicht

Ein besseres Verständnis der komplexen Natur unseres menschlichen Auges kann uns helfen, es mehr zu schätzen, wie glücklich wir sind, Augen zu haben und wie wichtig das Sehvermögen für die Evolution unserer Art ist.
Ein besseres Verständnis unserer Augen kann auch unser Bewusstsein darüber stärken, wie empfindlich sie sind, sodass wir sie besser vor Verletzungen und schädlichen Einwirkungen schützen. Um sicherzugehen, dass wir die Gesundheit unserer Augen erhalten und sie vor schädlichen Einflüssen bewahren, müssen wir ihre Exposition gegenüber Licht, Hitze und Partikeln wie Staub möglichst beschränken, indem wir qualitativ hochwertige Brillen oder Schutzbrillen tragen. So können wir alle Vorteile des Sehens genießen, ohne uns den potenziellen Risiken auszusetzen.

Das Ende in Sicht